Migrationsgesellschaft: Deutschland wird ein Land der Einwanderer

Die Entwicklung ist rasant. Die Zahl der Herkunftsdeutschen nimmt rapide ab. Doch die Gesamtbevölkerung Deutschlands steigt wegen der Einwanderung leicht an. Dieser Trend hält seit Jahren an und wird durch die Flüchtlingskrise noch beschleunigt.

Deutschland verändert sich im rasanten Tempo. Zwar bleibt Deutschland mit seinen 82,8 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der EU. Doch das liegt nicht an den sogenannten Herkunftsdeutschen. Hier ist die Bevölkerungsentwicklung seit Jahren negativ, das heißt es sterben mehr Deutsche als geboren werden. Dagegen nimmt der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund zu.

Wie Welt-Online/N24 berichtete, haben laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes von 2016 rund 23 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. Das ist fast ein Viertel aller in Deutschland lebenden Menschen.

Dieser Anteil wird weiter ansteigen. Denn während bei den über 65-Jährigen nur 10 Prozent einen Migrationshintergrund haben, sind es bei den Kindern unter sechs Jahren bereits 38 Prozent. Je jünger, desto geringer ist der Anteil der Herkunftsdeutschen. So wächst der Anteil der Menschen mit Migrationsanteil selbst ohne das Zutun durch noch mehr Zuwanderung.

Besonders in den großen Städten ändert sich die Bevölkerungsstruktur rasant

Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund schwankt stark von Region zu Region und von Bundesland zu Bundesland. Im Westen ist ihr Anteil generell höher als in den neuen Bundesländern. Besonders stark ist ihr Anteil in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Unter den Städten hat Frankfurt den höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, und zwar 51 Prozent, bei Kindern unter 15 Jahren sogar 69 Prozent. In vielen westdeutschen Städten werden in den nächsten 20-30 Jahren die Herkunftsdeutschen in der Minderheit sein.

Die Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland kommt aus anderen EU-Staaten, insbesondere aus Osteuropa. Durch die Zuwanderung im Rahmen der Flüchtlingskrise ist allerdings der Anteil der Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika massiv gestiegen. Neben den fast 3 Millionen Türken leben nun auch rund 1,3 Millionen aus den anderen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens und eine Dreiviertelmillion aus Afrika in Deutschland. Zudem gibt es noch 320.000 Migranten, die aus Afghanistan und Pakistan nach Deutschland gekommen sind.

SPD und Grüne wollen Deutschland in ein offenes Einwanderungsland verwandeln

Martin Schulz (SPD) will nicht mehr zwischen »uns« und »denen« unterscheiden, sondern nur noch für alle da sein, ohne Rücksicht auf Herkunft (siehe Bericht auf Zeit-Online). Seiner Meinung nach sei die Migration ein »selbstverständlicher Begleiter unserer Geschichte«. Er spricht von den 17 Millionen Vertriebenen nach dem Zeiten Weltkrieg (und vergisst dabei, dass dies Deutsche waren). Er erwähnt die Millionen Gastarbeiter, die in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland arbeiteten (und vergisst dabei, dass die meisten wieder in ihre Heimat zurückkehrten). Für Martin Schulz ist Deutschland ein »Land der Vielfalt«, ein »buntes und tolerantes Haus«. Damit stößt Kanzlerkandidat Martin Schulz in dasselbe Horn wie die Grünen, die eine offene Gesellschaft anstreben.

Da bereits die Merkel-CDU für offene Grenzen und gegen Obergrenzen ist, die SPD noch eins drauf setzt und die Grünen und Linken ohnehin aus Deutschland eine offene Einwanderungsgesellschaft machen wollen, bleibt wenig Platz für eine Opposition. Auf der Grundlage von zahlreichen Studien und Katalogen, die von verschiedenen Organisationen, von der Bertelsmann-Stiftung bis zur UNO, erstellt wurden, scheint es längst beschlossene Sache zu sein, dass der Trend, die Demographie Deutschlands zu diversifizieren, mit allen Mitteln forciert wird.

Asylbewerber sollen Zugang zu Hartz IV bekommen

Wie Welt-Online/N24 berichtete, wird in einer neuen Studie gefordert, das Asylbewerberleistungsgesetz abzuschaffen. Stattdessen soll Hartz IV auch Asylbewerbern offen stehen. Dies würde die Bürokratie vereinfachen.

Das Problem hierbei ist, dass die deutschen Hartz-IV-Leistungen eine Sogwirkung entfalten. Denn wenn sich international herumspricht, dass man in Deutschland sofort mehr Geld bekommt, als im jeweiligen Herkunftsland mit Arbeit, dann werden noch mehr Menschen es ausprobieren wollen und nach Deutschland kommen.

Warum muss das Schrumpfen der deutschen Bevölkerung unbedingt durch Migration ausgeglichen werden?

Eine Frage, die sich viele Kritiker der Migrationspolitik stellen, lautet: Was ist daran so schlimm, wenn die Gesamtbevölkerung Deutschlands in den nächsten 30 bis 50 Jahren auf 70 oder gar 60 Millionen schrumpfen sollte? Ist unser Land nicht dicht genug bevölkert? Ist Deutschland nicht ohnehin einer der am dichtesten bevölkerten Staaten der Erde?

Von den Kritikern der Migrationspolitik kommt immer wieder der Verweis auf Japan. Im Land der aufgehenden Sonne schrumpft die Bevölkerung schneller als die Zahl der Herkunftsdeutschen in Deutschland. Ebenso schnell altert dort die Bevölkerung. Doch das scheint in Japan niemanden in Panik zu versetzen. Stattdessen setzt man auf effizientere Technologie in der Kranken- und Altenpflege, auf Verteilung der Aufgaben und bessere Integration der Senioren. Irgendwie wird es auch ohne Masseneinwanderung gehen, behautet die japanische Regierung – im Einklang mit der Mehrheit der japanischen Bevölkerung. Warum also, so will man fragen, darf Deutschland nicht den Weg Japans gehen?

In Ostdeutschland gibt es zwar weniger Migranten, dafür aber mehr deutsche Kinder

Interessant ist noch eine andere Entwicklung: In Ostdeutschland ist zwar der Migrationsanteil geringer als in Westdeutschland. Doch dafür ist die Geburtenrate höher. Wenn man sich die Verteilung der Geburtenrate in Bezug auf die deutschen Landreise anschaut, bei der die Kinderzahl je Frau (Fertilitätsrate) angegeben ist, so zeigt sich, dass in Staaten wie Sachsen oder Thüringen die Frauen mehr Kinder bekommen.

Damit wird deutlich, wie sich der Unterschied zwischen den neuen und alten Bundesländern vertiefen wird. In Ostdeutschland wird der Anteil der Deutschen sehr viel stabiler bleiben als in Westdeutschland. Es wäre interessant, näher zu untersuchen, inwiefern nicht nur eine Korrelation, sondern auch eine Kausation vorliegt. Könnte es sein, dass in einem gesellschaftlichen Umfeld mit geringerem Migrationsanteil die Deutschen eher bereit sind, eine größere Familie zu gründen?

Es scheint also noch eine Alternative zur Migrationsgesellschaft zu geben: eine familienfreundliche und kinderfreundliche Gesellschaft, in der auch die Senioren besser integriert sind und in der die Technologie zum Wohle aller effizient genutzt wird. Doch dieses Modell steht bei den Altparteien nicht zur Debatte.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf freiewelt.net