Fernstenliebe statt Nächstenliebe: Angela Merkel ist dem eigenen Volke entrückt

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Wer die Probleme im eigenen Lande übersieht, kann sich nicht glaubwürdig als Helfer der Welt aufspielen. Angela Merkel hat den Blick für die Nöte der eigenen Bevölkerung aus den Augen verloren.

Ein Beitrag von Sven v. Storch

Es gibt ein altes Sprichwort: Wer die Welt verbessern will, sollte zunächst die eigene Gesellschaft verbessern, und wer die Gesellschaft verbessern will, sollte bei sich selbst und seiner eigenen Familie anfangen.

In Deutschland scheint es umgekehrt zu sein: Engagement für die Welt, doch das eigene Volk solle sich nicht beschweren. Demonstrierende seien Sozialverlierer, Berufsversager, Verlierer der deutschen Einheit, Loser, Abgehängte oder gar Pöbel.

Schließlich soll es mit der eigenen Gesellschaft zum Besten stehen, reden uns die Politiker ein. Denn mit der Wirtschaft gehe es angeblich aufwärts. Immer wieder behaupteten Politiker, dass es „uns“ so gut gehe wie nie zuvor. Dabei vertuschen sie, dass der statistische Durchschnitt wenig aussagt über das Schicksal Einzelner.

Die Realität in Deutschland sieht leider anders aus. Viele Menschen profitieren nicht vom Wachstum. Das Armutsrisiko ist auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Immer mehr Bürger werden abgehängt. Rund sieben Millionen Menschen, das ist etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland, ist von staatlichen Transferleistungen abhängig. Mehr als 1,9 Millionen Kinder wachsen in Hartz-IV-Familien auf. Studien warnen davor, dass die soziale Verwahrlosung vieler Kinder und Jugendlicher langfristige Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird. Die Zahl der Tafeln für Obdachlose und hungrige Arbeitslose nimmt zu. Auch unter Schulkindern kommt es immer häufiger vor, dass einzelne keine ausreichenden Mahlzeiten bekommen. Abgesehen davon, sehen viele Schulgebäude in Deutschland heruntergekommen aus oder sind gar baufällig geworden. Doch den Landesregierungen scheint die Durchsetzung der neuen Gender-Ideologie im Unterricht wichtiger zu sein als die Verwahrlosung von Teilen der Jugend zu überwinden.

Fernstenliebe statt Nächstenliebe?

Ein Grundsatz des Christentums lautet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Dieser Grundsatz beinhaltet nicht, dass man sich selbst verleugnet, sich in Selbsthass ergeht und das eigene Wohl unter das Wohl anderer stellt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst heißt simpel, dass man andere Menschen behandelt, wie man selbst gerne behandelt werden möchte, ihnen nicht antut, was man selbst nicht angetan bekommen möchte. Wer sich selbst hasst, kann andere nicht lieben. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann offen und hilfsbereit auf andere zugehen.

Doch in Deutschland wird dem Selbsthass das Wort geredet. Wir sollen unsere Nation und unsere Kultur verachten und stattdessen alles andere willkommen heißen. Kulturelle, sprachliche und regionale Identität scheint in der EU-Kultur ein Tabu geworden zu sein. Das Normalste auf der Welt, das in allen Ländern zum Leben gehört wie die Luft zum Atmen, gilt in Deutschland als politisch inkorrekt. Dabei schafft gerade das regionale Gemeinschaftsgefühl die Grundlage für Solidarität und Empathie.

In den letzten zwanzig Jahren ist den Menschen in Deutschland viel zugemutet worden. Dazu gehören die Agenda 2010, die ALG II- / Hartz-IV-Gesetze, die Rentenreformen, die Gesundheitsreformen, die BAföG-Reformen und alle sonstigen zusätzlichen Änderungen. Den Bürgern wurde mehr Eigenverantwortung abverlangt. Ziel war es, die Lohnnebenkosten durch geringere Steuern und Abgaben zu senken, damit die Menschen schneller in Arbeit kommen und mehr Netto vom Brutto haben.

Doch die Steuern und Abgaben wurden nicht entsprechend gesenkt. Stattdessen wurden die Steuergelder für andere Dinge ausgegeben. Das Ergebnis: Jetzt haben wir mehr Menschen in Arbeit, darunter jedoch Millionen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Für das Gros der kommenden Generation sieht die Aussicht auf eine ausreichende Rente düster aus.

Mehr Freiheit bedeutet mehr Eigenverantwortung. Doch dafür brauchen die Menschen mehr Chancen und bessere Rahmenbedingungen, um aus eigener Kraft selbstverantwortlich das Leben meistern zu können.

Deutscher Sozialstaat für alle Migranten dieser Welt?

Der europäische Kontinent hat rund 50 Länder. Die EU hat 28 Mitgliedsstaaten. Es gibt überhaupt keinen Grund, weshalb Deutschland mehr Migranten aufnehmen sollte als alle anderen europäischen Staaten zusammengenommen. Die Tatsache, dass Asylbewerber, die in anderen europäischen Ländern bereits anerkannt und aufgenommen wurden, einfach nach Deutschland weiterziehen, weil es dort großzügigere Sozialleistungen gibt, zeigt, wie der Sog wirkt. Je mehr Migranten sich in Deutschland niederlassen, desto mehr neue Migranten kommen hinzu, weil sie in Deutschland ihre Verwandten, Bekannten und sonstigen Angehörigen haben. Es wirkt wie eine Spirale, die sich immer schneller dreht. In anderen Ländern hat man dieses Problem erkannt. Selbst die Schweden haben die Notbremse gezogen. In Finnland, Norwegen und Dänemark hat man viel früher reagiert.

Ähnlich sieht es im angelsächsischen Sprachraum aus. Egal ob in den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland, alle Einwanderungsländer haben für sich Obergrenzen und Regeln der Einwanderung definiert. Nur für Angela Merkel gibt es keine Obergrenze. Doch wer dies kritisiert, wird als politisch inkorrekt und populistisch diffamiert.

Woher kommt die Verachtung für die eigene Bevölkerung?

Vizekanzler Sigmar Gabriel sprach vom „Pack“. Bundespräsident Joachim Gauck behauptete, nicht die Eliten seien das Problem, sondern die Bevölkerungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte 2011 auf dem evangelischen Kirchentag:

„Wenn man eine wirkliche Weltordnung haben will, eine globale politische Ordnung, dann wird man nicht umhinkommen, an einigen Stellen auch Souveränität, Rechte an andere abzugeben. Das heißt, dass andere internationale Organisationen uns dann bestrafen können, wenn wir irgendetwas nicht einhalten. Und davor schrecken viele Länder noch zurück. Das ist aus meiner Sicht ein wirklich interkultureller Prozess, den wir durchlaufen müssen.“

Das ist es, was diese Politiker über die Deutschen und Deutschland denken. Für sie ist das Land ein globalisierter Wirtschaftsstandort. Wenn von Werten gesprochen wird, dann sind damit die Werte gemeint, von denen die politischen „Eliten“ in ihren Kommissionen reden. Es geht nicht um die Werte, die die Menschen im eigenen Lande definiert wissen möchten. Denn sie werden nicht gefragt.

Man kann es nur wie folgt zusammenfassen: Wer sich hilfsbereit um Menschen anderer Regionen kümmern möchte, muss zunächst sein eigenes Haus aufgeräumt, die Mittelschicht des Landes entlastet sowie den sozial Benachteiligten neue Perspektiven gegeben haben. Dazu gehört die Überwindung der sozialen Missstände ebenso wie die verstärkte Beteiligung des souveränen Volkes an wichtigen Entscheidungen durch mehr direkte Demokratie.

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